Reinhard Mohn , früherer Chef des Bertelsmann-Konzerns, heute Vorsitzender des Präsidiums der Bertelsmann Stiftung, in einem Interview des STERN (in: "Ein Segen, daß uns das Geld ausgeht", 1998, S. 16) auf die Frage:
Sie selbst haben die Sozialpflichtigkeit des Eigentums betont und schon sehr frühzeitig Ihre Mitarbeiter am Unternehmen und dessen Ertrag beteiligt. Wären wir heute weiter, wenn mehr Unternehmen das gemacht hätten?
"Volkswirtschaftlich gesehen wäre es sicher viel leichter, auch mal auf Lohnerhöhungen zu verzichten oder sie zu reduzieren, wenn die Mitarbeiter flächendeckend am Produktivkapital beteiligt wären. Dann hätten sie neben dem Lohn und später neben der Rente noch eine andere Einkommensquelle. Wir stünden bei den Arbeits- und Sozialkosten besser da und wären konkurrenzfähiger auf der Welt. Das können Sie aber nicht per Gesetz verordnen. Das muss auf betrieblicher Ebene geregelt werden."
Reinhard Mohn gehört selbst zu den Superreichen unserer Zeit m. a. W. zu den modernen Feudalherren. Umso beachtlicher und anerkennenswerter ist es daher, dass er mit seinem Vorschlag oben genau in die richtige Richtung zielt, nämlich hin zur breiteren Beteiligung der Bevölkerung am Unternehmenskapital. Ihm kann man keinen Vorwurf machen, wenn Politik und Gesetzgebung den modernen Feudalismus und das irrsinnige Wachstum der Reichtümer Einzelner tatenlos hinnehmen. Seine Ansicht, das Gesetz könne hier nicht helfen, muss man allerdings nicht teilen.