Ressourcen

Kapitaleinkünfte setzen Eigentum an bestimmten Ressourcen voraus, die gar nicht oder nur sehr begrenzt vermehrt werden können. Bei diesen Ressourcen handelt es sich vor allem um Grund und Boden und um Industrie- und Gewerbevermögen.

Jedem ist klar, dass der Grund und Boden der Bundesrepublik Deutschland nicht vermehrt werden kann (sieht man einmal von den Methoden eines A. H. einmal ab). Legt man die Bevölkerungszahl von 1996 zugrunde, kommen auf jeden Deutschen rund 4.790 m_ Bodenfläche in Deutschland (= 356.970.000.000 m_/ 74.520.500 Deutsche).

Durch den wirtschaftlichen Wettbewerb ist freilich auch das Industrie- und Gewerbevermögen begrenzt. Ein Unternehmen wie beispielsweise BASF könnte in Deutschland wohl kaum noch ein zweites Mal neben dem bereits bestehenden existieren. Der Fall der Philipp Holzmann AG Ende 1999 zeigt einmal mehr nur zu deutlich, dass durch den (ohne Frage notwendigen) Wettbewerb nicht x-beliebige Unternehmen nebeneinander und auf Dauer existieren können. Im Jahr 2001 hat es in Deutschland so viele Konkurse gegeben wie nie zuvor. Zwar können in einem Wirtschaftsgebiet umso mehr Unternehmen existieren, je mehr Mitglieder der Gesellschaft selbst daran partizipieren. Je mehr Leute aber über kaum noch nennenswertes Geld verfügen, desto weniger Unternehmen können überleben (das ist auch das Problem in Ostdeutschland heute). Natürlich braucht auch jede Industrie und jeder Betrieb Grund und Boden. Und dieser ist, wie gesagt, begrenzt. Rechnet man Betriebs-, Gebäude- und Freiflächen (nicht aber Landwirtschafts- und Waldflächen, Wasserflächen, Verkehrsflächen, Erholungsflächen und nicht Flächen anderer Nutzung) auf die Deutschen von 1996 um, so kommen auf jeden Deutschen rund 300 m_ Betriebs-, Gebäude- und Freifläche (Achtung: Bei einem zehnstöckigen Haus können das 3.000 m_ Büro- oder Wohnfläche sein). Wie viele Deutsche nennen nicht mal einen Quadratmeter Grund und Boden ihr Eigen?!!

Die Behauptung hier ist nicht, dass "Vermögen" generell begrenzt sei. Gemälde, Schmuck usw. können noch beliebig vermehrt werden. Die Behauptung ist vielmehr, dass gewinnbringendes Vermögen, insbesondere gewinnbringender Grund und Boden und gewinnbringendes Industrie- und Gewerbekapital begrenzt sind.

Was folgt aus dieser Begrenzung? Wer beispielsweise wie oben angeführt 102 Millionen Euro Kapitalvermögen hat, ist rechnerisch unmittelbar oder mittelbar (durch Aktien usw.) Eigentümer eines hundert- bis tausendfachen dieses Durchschnittswerts von 300 m_ Betriebs-, Gebäude- und Freiflächen. Das bedeutet zugleich: Wenn einer 1001 Mal die durchschnittliche Betriebs-, Gebäude- und Freifläche sein Eigen nennt, sind zwangsläufig 1000 andere in diesem Punkte besitzlos. Es ist nur logisch, dass, wenn beispielsweise der Grund und Boden einer mit 100 Einwohnern belebten einsamen Insel allein dreien dieser Einwohner gehört, die anderen 97 Einwohner in Miete leben müssen. Sie müssen in der Regel auch in abhängiger Arbeit ihr Brot verdienen, weil der einzige Betrieb der Insel (nach der Rechtsordnung) Bestandteil von Grund und Boden ist und damit den drei Wohlhabenden gehört. Die 97 anderen haben keine Möglichkeit zur "Selbständigkeit", es sei denn, sie zahlen Miete oder Pacht für den Boden, auf dem sie ihr "eigenes" Unternehmen betreiben würden.

 

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