Die Statue des "Redentore" (Retters) auf dem Berg Ortobene
Eigentlich sollte ich mit der riesigen Statue des "Redentore" auf dem Berg Ortobene die Familienausflüge in die Berge im Sommer verbinden.
Ende August findet dort das Fest des Redentore statt. Und das seit hundert Jahren, als die Statue auf der Kuppe eines der höchsten Berge in Mittelsardinien errichtet wurde. Das ist die Gelegenheit für einen Ausflug ins Grüne mit der ganzen Familie.
Für uns Kinder war es immer spannend, die riesige Statue von unten zu beobachten, zu versuchen, dort oben hinzuklettern, um einen Blick durch das weite Tal zu werfen. Bei den gigantischen und kalten Metall-Füßen der Statue hatte man zwei Blickrichtungen: nach oben zum blauen Himmel über den Kopf des "Retters", nach unten auf den Berg.
Heute sieht es anders aus. Ich mag es, im Winter dahin zu fahren, wenn es kalt und fast menschenleer ist. Allein die mehrstündige Fahrt von der Südküste beweist sich als eine Fahrt ins Grüne, durch die kleinen Dörfer und die wenig frequentierten Strassen, bis man das Auto abstellt und zu Fuß noch eine Weile die frische Luft genießen kann.
Hat man die Statue erreicht, weiß man sofort, warum dieser Ort ausgesucht wurde: ein einmaliges Panorama! Wenn Schnee liegt, bei klarer Sicht erreicht der menschliche Blick die Küste und sieht das weite Meer. Es ist so, als ob die Natur sich von allen ihren besten Seiten zeigen möchte: Meer und Himmel verbinden sich und lassen sich aus der Ferne nicht mehr trennen; nah scheint die Sonne über den leicht verschneiten Boden und die Baumspitzen. Die Stille wird nur von den Tieren, die ihr Zuhause dort oben haben, unterbrochen.
Vor zwei Jahren war ich zum letzten Mal dort und es ist immer schön, innerhalb von zwanzig Jahren festzustellen, wie die Zeit teilweise auch heute noch machtlos ist.