Die Blattlausschlupfwespe Aphidius uzbekistanicus

The aphid parasitoid Aphidius uzbekistanicus



Die zu den Hautflüglern (Ordnung Hymenoptera) gehörenden Schlupfwespen sind in zahlreichen Überfamilien und Familien innerhalb der Unterordnung Apocrita zu finden. Alle Weibchen besitzen an ihrem Hinterleib einen Legestachel, mit dem sie ihre Eier in oder an Insekten ablegen. Die aus dem Ei schlüpfende Larve entwickelt sich im/an ihrem Insektenwirt und tötet diesen im Verlauf ihrer Entwicklung ab. Da die Parasitierung durch Schlupfwespen den Tod ihres Wirtes bedingt, werden Schlupfwespen im Gegensatz zu Parasiten (die ihren Wirt in der Regel nicht umbringen) als Parasitoide bezeichnet.

Die Schlupfwespe A. uzbekistanicus parasitiert in erster Linie die Große Getreideblattlaus und gehört wie alle übrigen Aphidius-Arten zur Familie Aphidiidae, die sich auf die Parasitierung von Blattläusen spezialisiert haben. Die Weibchen der Aphidiidae ernähren sich von Blütennektar oder Honigtau. Sie orientieren sich bei ihrer Suche nach Blattläusen vorrangig nach Duftstoffen, die von den blattlausbefallenen Pflanzen abgegeben werden. Charakteristisch für ihr Anstichverhalten ist ein blitzschnelles Hervorschnellen ihres Hinterleibes, um damit in die Wirte ihrer Nachkommen ein einzelnes Ei abzulegen. Vor dem tödlichen Angriff wehren sich die Blattläuse, indem sie u.a. auch versuchen, die Schlupfwespe mit ihrem Röhrchensekret zu treffen. Aphidius-Weibchen verbrauchen in der Regel viel Energie, bis sie sich gegen die Blattlaus durchgesetzt haben.

Die aus dem Ei schlüpfende L1-Larven sowie die nachfolgenden Larvenstadien ernähren sich innerhalb der noch lebenden Blattlaus. Erst das vierte und zugleich letzte Larvenstadium frißt vor der Verpuppung die lebensnotwendigen Organe ihres Wirtes und tötet ihn dadurch ab. Die Körperhülle der sterbenden Blattlaus erhärtet und verfestigt sich in eine derbwandige Mumie, innerhalb der sich die Larve verpuppt. Blattlausmumien von Aphidius-Arten sind graubraun. Sie haften fest auf den Blättern, da die Larve vor der Verpuppug die Bauchseite der Mumie teilweise öffnet und ein klebriges Haftsekret abgibt. Nach der Metamorphose zur erwachsenen Schlupfwespe befreit sich diese aus der Blattlausmumie, indem sie sich mit ihren beißenden Mundwerkzeugen einen kreisrunden Deckel aus der Mumie herausschneidet.

Verschiedene Aphidius-Arten werden derzeit erfolgreich für die biologische Bekämpfung von Blattläusen in Gewächshauskulturen eingesetzt. Die Lebensdauer der Weibchen beträgt 1 bis 2 Wochen, innerhalb der von einem einzelnen Weibchen bis zu 500 Blattläuse erfolgreich parasitiert werden können.

blattlausschlupfwespe



Weibchen von A. uzbekistanicus
A. uzbekistanicus female

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Der Parasitoid verharrt manchmal minutenlang in dieser lauernden Haltung, bis sich eine Angriffsmöglichkeit bietet.
The parasitoid sometimes remains in its attack posture for several minutes waiting for a chance to strike.

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Weibchen von A. uzbekistanicus in Lauerstellung vor einer abwehrbereiten Blattlaus (Sitobion avenae)...
An A. uzbekistanicus female ready to attack a grain aphid (Sitobion avenae) in a defensive posture...

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... und beim blitzschnellen Anstichversuch
... and in a swift oviposition attempt

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Eine Blattlaus gibt bei Bedrohung durch A. uzbekistanicus ihr klebriges Siphonensekret ab
An aphid trying to defend itself against the attacking A. uzbekistanicus female through cornicle secretion

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Die Hülle einer von A. uzbekistanicus parasitierten Blattlaus erhärtet - sie wird zu einer Mumie.
A mummy of an aphid parasitized by A. uzbekistanicus

Abbildungen: © Institut für Phytopathologie, Kiel

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