Die Blattlausschlupfwespe Aphelinus abdominalisThe aphid parasitoid Aphelinus abdominalisDiese zur artenreichen Familie Aphelinidae gehörende Schlupfwespe parasitiert verschiedene Blattlausarten, u.a. auch solche, die an Gewächshauskulturen schädlich sind. Da die Weibchen bis zu 10 Wochen alt werden können und dabei im Extremfall bis zu tausend Blattläuse parasitieren, ist A. abdominalis ein vielversprechender Kandidat für die biologische Blattlausbekämpfung im Gewächshaus. Im Gegensatz zu den konfliktfreudigen Aphidius-Arten scheuen Aphelinus-Arten eine Auseinandersetzung mit der Blattlaus, und vermutlich deshalb leben sie auch länger. Aphelinus-Weibchen pirschen ihre Opfer äußerst behutsam an und provoziern dadurch keine Abwehrreaktion. Vor dem Anstich schätzen sie visuell den Abstand zur Blattlaus genau ein, drehen sich dann blitzschnell um, klappen die Flügelspitzen hoch und schieben den Legestachel in die Blattlaus, ohne dass diese den für sie tödlichen Angriff bemerkt. Ähnlich wie bei Aphidius-Arten wird jeweils nur ein Ei in die Blattlaus gelegt, und auch die Entwicklung der Larven innerhalb des Wirtes unterscheidet sich nicht. Aphelinus- Blattlausmumien sind jedoch schwarz gefärbt und sie werden auch nicht von der sich verpuppenden Larve an das Blatt geklebt. Die schlüpfenden adulten Tiere sind nicht in der Lage, einen runden Deckel aus der Mumie zu schneiden, sondern sie müssen sich mit ihren gegenüber Aphidius vergleichsweise schwächeren Mundwerkzeugen recht mühsam ein Schlupfloch aus der Mumie herausbeißen. Ein wesentlicher Unterschied zu Aphidius besteht auch darin, dass Aphelinus-Weibchen zur Zeit des Schlupfes aus der Blattlausmumie noch über keinen vollständigen Eivorrat verfügen. Um diesen bei Bedarf aufzufüllen, benötigen sie bestimmte Nährstoffe, die sie direkt aus der Blattlaus entnehmen. Hierzu wird eine zumeist noch junge Blattlaus durch Sekrete aus dem Legestachel zunächst gelähmt, dann noch mehrfach an einer Stelle angestochen, bis ein Tropfen Körperflüssigkeit aus der so geschaffenen Wunde heraustritt. Das Aphelinus-Weibchen entnimmt aus dieser Austrittstelle für längere Zeit Körperflüssigkeit, bis die Blattlaus stark geschrumpft ist. Dieser für die Blattlaus immer tödlich endende Vorgang wird als "host-feeding" bezeichnet. Das auch später immer wieder notwendige "host feeding" stellt somit einen zusätzlichen Bekämpfungseffekt dar. Ein besonderer Vorteil der Blattlausschlupfwespen (Aphelinus- und Aphidius-Arten) ist ihre Fähigkeit, Düfte zu erlernen. Dies ermöglicht die Dressur für ihren gezielten Einsatz in bestimmten Pflanzenkulturen. Düfte spielen in der Tier- und Pflanzenwelt eine große Rolle als Botenstoffe. Die für Schlupfwespen interessanten Düfte sind die sogenannten SOS-Duftstoffe, die erst dann von den Pflanzen synthetisiert und abgegeben werden, wenn sie von Blattläusen befallen sind. Die Schlupfwespen reagieren auf diese Düfte und fliegen die nach Hilfe rufenden Pflanzen gezielt an. |
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Abbildungen: © Institut für Phytopathologie, Kiel |
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