Die Große Getreideblattlaus Sitobion avenae

The Grain Aphid Sitobion avenae



Die auf Getreide spezialisierte Große Getreideblattlaus gehört zur artenreichsten Familie der Blattläuse, den sogenannten Röhrenläusen (Familie Aphididae). Charakteristisches Merkmal dieser Familie sind zwei am Hinterleib herausragende Röhrchen, durch welche die Blattlaus ein klebriges Abwehrsekret ausscheidet, sobald sie von einem ihrer zahlreichen Feinde angegriffen wird. Das Sekret enthält zusätzlich ein Alarmpheromon, das Individuen derselben Art die Anwesenheit von Feinden signalisiert.

Generell zählen Röhrenblattläuse aufgrund ihrer schnellen Entwicklungszeit und explosionsartigen Vermehrung zu den wichtigsten Schädlingen an Kulturpflanzen. Sie vermehren sich während der Vegetationszeit ausschließlich parthenogenetisch lebendgebärend. Ohne Beteiligung von Männchen werden je nach Blattlausart und Umweltbedingungen täglich bis zu fünf Nachkommen geboren. Erst gegen Ende der Vegetationszeit findet in der Regel eine geschlechtliche Vermehrung statt. Die befruchteten Weibchen legen dann auf ihren Winterwirten schwarz gefärbte Eier ab, die gegenüber tiefen Wintertemperaturen unempfindlich sind. Aus diesen Eiern schlüpfen im Frühjahr sogenannte Stammmütter, welche erneut parthenogenetisch Nachkommen gebären. Bei zunehmendem Nahrungsmangel und Populationsdruck entstehen geflügelte Tiere, die sich weiter verbreiten.

Alle Blattläuse besitzen in einem sichtbaren Saugrüssel verborgen sehr feine Stechborsten, welche sie in die Siebröhren der Pflanzen vorschieben, um damit zuckerhaltige Assimilate aufzunehmen. Den Überschuss scheiden sie als sogenannten Honigtau wieder aus. Auf diesen klebrigen Ausscheidungen siedeln sich schnell Rußtaupilze an, welche die Assimilation der Pflanze erheblich beeinträchtigen. Die Pflanzen werden bei Blattlausbefall jedoch nicht allein durch Assimilatenzug und Assimilationsverlust geschädigt. In sehr vielen Fällen schädigen Blattläuse in besonders hohem Maß indirekt durch die Übertragung pflanzenpathogener Viren. So wird z.B. das Getreide mit einem wirtschaftlich wichtigen Verzwergungs-Virus infiziert, das nur durch die auf Getreide spezialisierten Blattläuse, wie z.B. die Große Getreideblattlaus, übertragen werden kann.

blattlaus



Eine Larve gibt einen Tropfen Honigtau ab und schleudert ihn dann mit dem Hinterbein fort.
Larva kicking off a droplet of freshly excreted honeydew with its hind leg.

blattlaus



Adulte Blattläuse entledigen sich der Honigtautröpfchen mit Hilfe ihrer voll ausgebildeten Cauda (Schwänzchen).
An adult aphid uses its cauda to get rid of honeydew droplets.

blattlaus



Blattlaus bei der Häutung zum nächsten Larvenstadium
Moulting to the next larval stage

blattlaus



... die Exuvie ist beinahe abgestreift.
... only the exuvia is left behind.

blattlaus



Geburt einer Blattlaus
Birth of an aphid

blattlaus



Das neue Mitglied der Kolonie, genetisch identisch mit seiner Mutter
The new member of the aphid colony, genetically identical with its mother

Abbildungen: © Institut für Phytopathologie, Kiel

| Übersicht | Räuber und Parasiten |